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Geschäftsverlauf

Mit unserer Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr sind wir sehr zufrieden. Sowohl in der Schaden- als auch in der Personen-Rückversicherung waren die Marktbedingungen für finanzkräftige Rückversicherer wie die Hannover Rück gut. Die Bruttoprämie für das Gesamtgeschäft erhöhte sich auf 11,4 Mrd. EUR (10,3 Mrd. EUR). Das EBIT stieg auf 1,2 Mrd. EUR (1,1 Mrd. EUR), und das Konzernergebnis übertraf mit 748,9 Mio. EUR (733,7 Mio. EUR) sowohl unsere Prognose als auch das Rekordergebnis des Vorjahres.

Auch wenn sich in einigen Märkten der Schaden-Rückversicherung ein Trend hin zu einer Aufweichung der Rückversicherungskonditionen feststellen ließ, waren nicht alle Sparten in gleicher Weise betroffen. Insgesamt zeigten sich die Preise durchaus noch risikoadäquat. Belastet war das Jahr 2010 durch die hohe Anzahl von (Natur-)Katastrophen; und so lag auch für uns der Großschadenaufwand deutlich über den Erwartungen. Gleichwohl konnten diese Belastungen durch den im Übrigen guten Verlauf der Schaden-Rückversicherung kompensiert werden. Weitere Informationen über die Entwicklung der Schaden-Rückversicherung im Berichtsjahr geben wir im Kapitel Schaden-Rückversicherung.

Besonders dynamisch entwickelte sich unser zweites Geschäftsfeld, die Personen-Rückversicherung. Dieses trägt mittlerweile 44,5 % zum Gesamtprämienvolumen bei. Angesichts der geringen Ergebnisvolatilität haben wir hier – anders als in der Schaden-Rückversicherung – Prämienwachstumsziele. Neben diesen Zielen konnten auch unsere Ertragsziele im Berichtsjahr vollständig erreicht werden. Ausführlich kommentieren wir die Geschäftsentwicklung in der Personen-Rückversicherung.

Bruttoprämie pro Geschäftsfeld

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Mit der Entwicklung unserer Kapitalanlagen sind wir ebenfalls sehr zufrieden. Aufgrund der positiven versicherungstechnischen Mittelzuflüsse und der Marktwertentwicklung stiegen unsere selbstverwalteten Kapitalanlagen deutlich an, und zwar auf 25,4 Mrd. EUR (22,5 Mrd. EUR). Aufgrund dessen lagen die ordentlichen Kapitalanlageerträge trotz des insgesamt gesunkenen Zinsniveaus mit 880,5 Mio. EUR über dem Wert der Vergleichsperiode (810,5 Mio. EUR). Die Depotzinserträge stiegen auf 316,4 Mio. EUR (276,8 Mio. EUR).

Abschreibungen auf Wertpapiere (ohne Immobilien) haben sich mit 16,5 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert (141,3 Mio. EUR). Davon entfielen 7,7 Mio. EUR (92,6 Mio. EUR) auf alternative Anlagen – im Wesentlichen Private-Equity-Fonds. Auf den Bestand an Aktien waren Abschreibungen von nur 0,6 Mio. EUR (3,2 Mio. EUR) vorzunehmen. Bei festverzinslichen Anlagen reduzierten sie sich signifikant auf 7,9 Mio. EUR (45,4 Mio. EUR). Den Abschreibungen standen dank höherer Marktwerte Zuschreibungen auf in Vorperioden abgeschriebene festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 24,1 Mio. EUR (9,3 Mio. EUR) sowie auf alternative Anlagen in Höhe von 3,0 Mio. EUR (10,8 Mio. EUR) gegenüber.

Die unrealisierten Verluste unserer erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Bestände beliefen sich auf 39,9 Mio. EUR, denen im Vorjahr noch 100,6 Mio. EUR Gewinne gegenüberstanden. Die Verluste stammen mit 31,2 Mio. EUR überwiegend aus der Wertentwicklung von Inflation Swaps, die zur Absicherung von Inflationsrisiken unserer versicherungstechnischen Schadenreserven erworben wurden. Insbesondere angesichts des attraktiven Marktumfeldes bei den festverzinslichen Wertpapieren haben wir Realisierungen in Höhe von 162,0 Mio. EUR (113,0 Mio. EUR) vorgenommen. Im zweiten Halbjahr haben wir begonnen, wieder in börsennotierte Aktien zu investieren. Zum Jahresende betrug unsere Aktienquote 2,1 %.

Unser Netto-Kapitalanlageergebnis aus selbstverwalteten Anlagen konnten wir gegenüber der Vergleichsperiode erneut steigern. Es betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 942,5 Mio. EUR (843,6 Mio. EUR). Unter Berücksichtigung der Depotzinserträge und -aufwendungen beläuft sich unser Kapitalanlageergebnis auf 1,3 Mrd. EUR (1,1 Mrd. EUR).

Die Nachfrage nach verlässlichem Rückversicherungsschutz war im Berichtsjahr unverändert hoch. Und so fiel das Wachstum der Prämieneinnahmen stärker als erwartet aus: Die Bruttoprämie für das Gesamtgeschäft erhöhte sich um 11,2 % auf 11,4 Mrd. EUR (10,3 Mrd. EUR). Bei konstanten Währungskursen – insbesondere gegenüber dem US-Dollar – hätte der Anstieg 6,8 % betragen. Der Selbstbehalt ging auf 90,1 % (92,6 %) zurück. Die verdiente Nettoprämie stieg um 7,9 % auf 10,0 Mrd. EUR (9,3 Mrd. EUR).

Das Konzernergebnis für das Berichtsjahr hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Ein sehr gutes Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit wurde durch einen Sondereffekt unterstützt, der sich aus einem für uns relevanten Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) ergab. Nachdem der BFH mit seinem Urteil vom 13. Oktober 2010 die Unzulässigkeit einer Hinzurechnungsbesteuerung von Kapitalerträgen irischer Tochtergesellschaften bestätigt hat, konnten wir hierfür gebildete Rückstellungen auflösen. Kern des Rechtsstreits war die Frage, ob die von einer Rückversicherungstochtergesellschaft mit Sitz in Irland erzielten Kapitaleinkünfte bei der Muttergesellschaft in Deutschland der Hinzurechnungsbesteuerung unterliegen. Der BFH hat mit seinem Urteil den Entscheid des Niedersächsischen Finanzgerichts Hannover aus der ersten Instanz bestätigt. Vor diesem Hintergrund wurden sämtliche steuerlichen Risiken neu bewertet. Dies führte zu einem Anstieg des Konzernergebnisses von insgesamt 112,2 Mio. EUR.

Im Dezember 2010 erzielten wir Einigung über den Verkauf aller operativen Gesellschaften unserer amerikanischen Tochtergesellschaft Clarendon Insurance Group, Inc., New York, an die bermudische Enstar Group Ltd., Hamilton. Die Transaktion, welche noch der Zustimmung der ausländischen Aufsichtsbehörden bedarf, wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2011 abgeschlossen werden. Der Kaufpreis der bereitsseit 2005 in Abwicklung befindlichen Clarendon beträgt vor endgültiger Preisfixierung umgerechnet 162,5 Mio. EUR. Mit dem Verkauf reduzieren sich für uns wesentliche Risiken, zum Beispiel die Rückversicherungsforderungen aus Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle (Reinsurance Recoverables). Außerdem entfallen operationale Risiken, die mit der Abwicklung eines US-amerikanischen Erstversicherers verbunden sind, sowie erhebliche Verwaltungskosten, die in den Folgejahren angefallen wären. Der Verkauf der Clarendon führt entsprechend der IFRS-Rechnungslegung zu einer Belastung unseres Konzernergebnisses im Berichtsjahr von 69,2 Mio. EUR, die in dem Geschäftsfeld Schaden-Rückversicherung anfällt.

Das operative Ergebnis (EBIT) der Hannover Rück erhöhte sich 2010 auf 1,2 Mrd. EUR (1,1 Mrd. EUR). Die Vergleichsperiode war von positiven Sondereffekten in der Personen-Rückversicherung von 144,7 Mio. EUR gekennzeichnet. Diese ergaben sich aus dem Erwerb des ING-Lebensrückversicherungsportefeuilles sowie der Wertaufholung von unrealisierten Verlusten der Depots, die bei US-amerikanischen Kunden im Namen der Hannover Rück gehalten werden (ModCo). Das Konzernergebnis von 748,9 Mio. EUR übertraf noch einmal den hervorragenden Wert des Vorjahres (733,7 Mio. EUR). Zu diesem positiven Ergebnis haben sowohl ein sehr gutes unterliegendes operatives Ergebnis als auch positive Einmaleffekte aus der Entscheidung des BFH beigetragen. Das Ergebnis je Aktie betrug 6,21 EUR (6,08 EUR).

Besonders positiv entwickelte sich auch unser Eigenkapital ohne Anteile anderer Gesellschafter; es stieg im Berichtsjahr von 3,7 Mrd. EUR auf nunmehr 4,5 Mrd. EUR an. Das gesamte haftende Kapital erhöhte sich von 5,6 Mrd. EUR auf 7,0 Mrd. EUR. Die Eigenkapitalrendite beträgt für 2010 18,2 %.

Im September 2010 haben wir das relativ niedrige Zinsniveau dazu genutzt, eine nachrangige Hybridanleihe in Höhe von 500 Mio. EUR am europäischen Kapitalmarkt zu platzieren. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 30 Jahren und dient dazu, unsere Kapitalstruktur weiter zu optimieren sowie zukünftiges Wachstum mit dem notwendigen Kapital zu hinterlegen.

Als Mittel der Risikoreduzierung bedienen wir uns der Retrozession, das heißt, wir geben Teile der von uns in Deckung genommenen Risiken an andere Rückversicherer weiter. Die Rückversicherungsforderungen aus Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle – also Ansprüche, die wir gegenüber unseren Retrozessionären haben – reduzierten sich im Jahresverlauf auf 1,0 Mrd. EUR (1,7 Mrd. EUR). Die Reduzierung resultiert mit 0,8 Mrd. EUR aus dem Verkauf der Clarendon. Nach wie vor legen wir großen Wert auf die Qualität unserer Retrozessionäre: 92,4 % der Gesellschaften, zu denen wir derartige Geschäftsbeziehungen unterhalten, sind von Standard & Poor’s mit einem sogenannten Investment-Grade-Rating von „BBB“ oder besser eingestuft.

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