7.5 Steuern
In diesem Posten werden die inländischen Ertragsteuern, die vergleichbaren Ertragsteuern der ausländischen Tochtergesellschaften sowie die latenten Steuern nach IAS 12 „Ertragsteuern“ und die aktive und passive Steuerabgrenzung ausgewiesen.
Zum grundsätzlichen Vorgehen hinsichtlich Ansatz und Bewertung der latenten Steuern verweisen wir auf die Ausführungen im Kapitel 3.2 „Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“.
Für die Berechnung der latenten Steuern der inländischen Gesellschaften wird unverändert zum Vorjahr ein Steuersatz von 31,93 % (gerundet 32 %) zugrunde gelegt. Er ergibt sich aus dem ab dem 1. Januar 2008 gültigen Körperschaftsteuersatz von 15,0 %, dem Solidaritätszuschlag von 5,5 % und einem einheitlichen Gewerbesteuersatz von 16,1 %. Bei den ausländischen Gesellschaften wurden für die Berechnung der latenten Steuern die jeweils länderspezifischen Steuersätze verwendet.
Steuerrelevante Buchungen auf Konzernebene erfolgen grundsätzlich unter Ansatz des Konzernsteuersatzes von 32 %, sofern sie nicht einzelnen Gesellschaften zuzuordnen sind.
Passive latente Steuern auf Gewinnausschüttungen wesentlicher verbundener Unternehmen werden im Jahr der Vereinnahmung gebildet.
Steuerliche Risiken
Die Finanzverwaltung vertritt entgegen sehr deutlicher fachanwaltlicher Einschätzung die Auffassung, dass nicht unerhebliche Kapitaleinkünfte, die die in Irland ansässigen Rückversicherungstochtergesellschaften des Konzerns erzielt haben, aufgrund der Regelungen des Außensteuergesetzes bei den Muttergesellschaften in Deutschland der Hinzurechnungsbesteuerung unterliegen. Soweit bereits entsprechende Steuerbescheide vorliegen, wurden hiergegen auch hinsichtlich der bereits als Steueraufwand berücksichtigten Beträge Rechtsmittel eingelegt. Nachdem unsere Auffassung in einem erstinstanzlichen Verfahren vollumfänglich bestätigt wurde, betrachten wir das Risiko, dass Steuerbescheide Bestand haben, die die Hinzurechnung von Kapitaleinkünften irischer Gesellschaften beinhalten, weiter als gering.
Die tatsächlichen und die latenten Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:
| Ertragsteuern in TEUR | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Tatsächliche Steuern für das Berichtsjahr | 146.887 | 181.395 |
| Periodenfremde tatsächliche Steuern | 37.804 | 30.298 |
| Latente Steuern aufgrund temporärer Unterschiede | 105.239 | –6.936 |
| Latente Steuern aus Verlustvorträgen | 1.822 | 1.883 |
| Veränderung latenter Steuern aufgrund von Steuersatzänderungen | 18 | –1.030 |
| Gesamt | 291.770 | 205.610 |
| Aufteilung des ausgewiesenen Steueraufwands/-ertrags auf In- und Ausland in TEUR | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Laufende Steuern | ||
| Inland | 124.921 | 159.797 |
| Ausland | 59.770 | 51.895 |
| Latente Steuern | ||
| Inland | 90.342 | –4.124 |
| Ausland | 16.737 | –1.958 |
| Gesamt | 291.770 | 205.610 |
In der folgenden Tabelle werden die aktiven und passiven latenten Steuern auf die Bilanzpositionen aufgeteilt, aus denen sie resultieren.
| Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten aller Konzerngesellschaften in TEUR | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Aktive | ||
| Steuerliche Verlustvorträge | 117.918 | 92.362 |
| Schadenrückstellungen | 193.175 | 145.855 |
| Deckungsrückstellung | 262.558 | 300.021 |
| Sonstige versicherungstechnische/nichttechnische Rückstellungen | 81.354 | 74.633 |
| Depotverbindlichkeiten | 590 | 513 |
| Abrechnungsforderungen/-verbindlichkeiten | 88.440 | 84.666 |
| Bewertungsunterschiede aus Kapitalanlagen | 21.739 | 51.067 |
| Depots aus Finanzierungsgeschäften | 30.533 | 51.579 |
| Sonstige Bewertungsunterschiede | 307.875 | 183.664 |
| Wertberichtigungen | –146.651 | –120.176 |
| davon auf steuerliche Verlustvorträge: –110.573 (–80.205) |
||
| Gesamt | 957.531 | 864.184 |
| Passive | ||
| Schadenrückstellung | 15.494 | 8.798 |
| Deckungsrückstellung | 67.994 | 84.699 |
| Sonstige versicherungstechnische/nichttechnische Rückstellungen | 130.667 | 100.098 |
| Schwankungsrückstellung | 753.431 | 680.915 |
| Depotforderungen | 12.500 | 3.675 |
| Abgegrenzte Abschlusskosten | 380.562 | 389.712 |
| Abrechnungsforderungen/-verbindlichkeiten | 125.006 | 119.864 |
| Bewertungsunterschiede aus Kapitalanlagen | 138.533 | 132.942 |
| Bestandswert erworbener Versicherungsbestände (PVFP) | 12.297 | – |
| Sonstige Bewertungsunterschiede | 290.337 | 165.924 |
| Gesamt | 1.926.821 | 1.686.627 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 969.290 | 822.443 |
In der obigen Tabelle sind die latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten unsaldiert dargestellt. Nach entsprechender Saldierung werden die aktiven und passiven latenten Steuern in der Bilanz wie folgt ausgewiesen:
| Saldierung der latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten in TEUR | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | 515.867 | 549.146 |
| Passive latente Steuern | 1.485.157 | 1.371.589 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 969.290 | 822.443 |
Die im Geschäftsjahr direkt im Eigenkapital erfassten tatsächlichen und latenten Steuern – resultierend aus Posten, die direkt dem Eigenkapital belastet oder gutgeschrieben wurden – beliefen sich auf -23,3 Mio. EUR (–53,5 Mio. EUR).
Die Bildung der latenten Steuerverbindlichkeiten aus dem aktivierten PVFP zum Zeitpunkt des Erwerbs des ING-Lebensrückversicherungsportefeuilles in Höhe von 13,0 Mio. EUR hat den negativen Geschäfts- oder Firmenwert entsprechend verringert.
In der nachfolgenden Tabelle wird der erwartete Steueraufwand auf den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen tatsächlichen Steueraufwand übergeleitet. Zur Berechnung des erwarteten Konzernsteueraufwands wird das Vorsteuerergebnis mit dem Konzernsteuersatz multipliziert.
| Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand in TEUR | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Einkommen- und Ertragsteuern | 1.063.302 | 70.626 |
| Erwarteter Steuersatz | 32 % | 32 % |
| Erwarteter Steueraufwand | 340.257 | 22.600 |
| Veränderung der latenten Steuersätze | 19 | –1.023 |
| Besteuerungsunterschiede bei den Auslandstöchtern | –118.700 | –44.909 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen | 41.567 | 132.251 |
| Steuerfreie Erträge | –25.544 | 45.712 |
| Aperiodischer Steueraufwand | 27.559 | 31.793 |
| Nutzung zuvor wertberichtigter Verlustvorträge | 228 | – |
| Sonstige | 26.384 | 19.186 |
| Ausgewiesener Steueraufwand | 291.770 | 205.610 |
Zeitliche Nutzbarkeit nicht aktivierter Verlustvorträge
Zum Bilanzstichtag bestehen nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 370,8 Mio. EUR (292,0 Mio. EUR). Von diesen wurden unter Berücksichtigung lokaler Steuersätze 345,0 Mio. EUR (249,6 Mio. EUR) nicht aktiviert, da ihre Realisierung nicht mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist.
Darüber hinaus bestehen noch temporäre Differenzen von 103,5 Mio. EUR (114,2 Mio. EUR) und Steuergutschriften von 22,3 Mio. EUR (20,3 Mio. EUR), die nicht aktiviert wurden.
Die nutzbaren, aber nicht aktivierten Verlustvorträge und Steuergutschriften verfallen wie folgt:
| Ablauf der Verlustvorträge in TEUR | ein bis fünf Jahre | sechs bis zehn Jahre | > zehn Jahre | Unbegrenzt | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Verlustvorträge | 3.643 | – | 195.231 | 146.169 | 345.043 |
| Steuergutschriften | – | – | – | 22.319 | 22.319 |
| Gesamt | 3.643 | – | 195.231 | 168.488 | 367.362 |