Prognosebericht
Wirtschaftliche Entwicklung
Im Jahr 2010 sollte sich die Erholung der Weltwirtschaft fortsetzen. Die Dynamik wird jedoch voraussichtlich moderat ausfallen; denn trotz des verbesserten Wirtschaftsklimas in den großen Wirtschaftsregionen ist die Belastung für die Konjunktur nach wie vor hoch. Dies wird unter anderem bedingt durch die weiterhin eingeschränkte Funktionsfähigkeit der weltweiten Finanzmärkte. Die Lage an den Arbeitsmärkten sollte sich weiter verschärfen. Schließlich werden die Impulse der Politik im Jahresverlauf schwächer: Konjunkturprogramme, die erheblich zu einer Stabilisierung und Belebung der Wirtschaft beigetragen haben, laufen größtenteils aus. Vor allem die fiskalischen Impulse der Politik werden nachlassen, da die Haushalte vieler Länder stark belastet sind. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass die Konjunktur nach und nach an Schwung verliert.
Nach einem vergleichsweise kräftigen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den USA sollte sich dieses im weiteren Jahresverlauf abflachen. Die Belastungen durch die Krise im Finanzsystem sind hoch. Für 2010 wird von einem rückläufigen Konsum und einem Anstieg der Sparquote ausgegangen. Ebenfalls belastet die stark gestiegene Arbeitslosigkeit die Einkommenssituation. Für 2010 wird sogar ein Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion in den USA erwartet. Trotz dieser Entwicklung wird die USA nicht erneut in eine Rezession abgleiten, wenngleich die Schwäche der USA die Weltwirtschaft belasten wird. Der Anstieg des realen BIP für 2010 wird vom Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) auf 1,8 % geschätzt.
Der wirtschaftliche Auftrieb in Deutschland dürfte im Jahr 2010 nur moderat verlaufen. Die endogenen Auftriebskräfte werden allmählich wieder stärker, jedoch laufen stützende Konjunkturprogramme langsam aus. Neue Investitionen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze werden durch eine restriktive Kreditvergabe erschwert. Der Aufschwung des Exports sollte mäßig bleiben, da sich die Wirtschaft in wichtigen Hauptabnehmerländern kaum bessert. Ähnliches gilt für die Entwicklung der Importe. Der vom ifo-Institut berechnete Mittelwert der Steigerung für das reale BIP beträgt für das Jahr 1,7 %.
Im Euroraum sollte sich die Wirtschaft leicht erholen. Ungewiss ist jedoch, wie kräftig die wirtschaftliche Belebung ausfallen wird. Die wirtschaftliche Dynamik wird sich voraussichtlich nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme abflachen.
Die konjunkturellen Aussichten Chinas sind auch für 2010 positiv. Das große Konjunkturprogramm der Regierung wird zwar Mitte des Jahres auslaufen, dennoch erwartet das deutsche ifo-Institut für 2010 einen Anstieg des BIP von 7,8 %.
In Japan wird der wirtschaftliche Aufschwung vorerst schwach bleiben, ehe er sich langsam belebt. Die Binnennachfrage sollte sich kaum erholen, während der Außenhandel von der Belebung der Wirtschaft in den Schwellenländern Asiens profitieren dürfte.