Sonstige Risiken
Im Bereich der sonstigen Risiken sind für uns hauptsächlich die zukünftigen Risiken (Emerging Risks), die strategischen Risiken sowie die Reputations- und Liquiditätsrisiken wesentlich.
Emerging Risks (z. B. in der Nanotechnologie oder im Zuge des Klimawandels) sind dadurch gekennzeichnet, dass ihr Risikogehalt, insbesondere im Hinblick auf unseren Vertragsbestand, noch nicht verlässlich beurteilt werden kann. Die Risiken entwickeln sich allmählich von schwachen Signalen zu eindeutigen Tendenzen. Daher sind Risikofrüherkennung und anschließende Relevanzbestimmung von entscheidender Bedeutung. Zur Früherkennung haben wir einen effizienten bereichs- und spartenübergreifenden Prozess entwickelt und die Anbindung an das Risikomanagement sichergestellt, um gegebenenfalls notwendige Maßnahmen ableiten zu können (z. B. laufende Überwachung und Bewertung, vertragliche Ausschlüsse oder die Entwicklung neuer Rückversicherungsprodukte).
Strategische Risiken ergeben sich aus der Gefahr eines Missverhältnisses zwischen der Unternehmensstrategie und den sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen des Unternehmensumfelds. Ursachen für ein solches Ungleichgewicht können z. B. falsche strategische Grundsatzentscheidungen oder eine inkonsequente Umsetzung der festgelegten Strategien sein. Wir überprüfen deshalb jährlich unsere Unternehmens- und Risikostrategie und passen unsere Prozesse im Bedarfsfall an.
Eine gute Unternehmensreputation ist eine wesentliche Voraussetzung für unser Kerngeschäft als Rückversicherer. Der Aufbau einer positiven Reputation dauert häufig Jahrzehnte, die Beschädigung oder gar Zerstörung der Reputation kann hingegen innerhalb kürzester Zeit erfolgen. Risikosteuernd wirken hier unsere verbindlich festgelegten Kommunikationswege, eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, erprobte Prozesse für definierte Krisenszenarien sowie unsere etablierten Geschäftsgrundsätze.
Unter dem Liquiditätsrisiko verstehen wir die Gefahr, nicht in der Lage zu sein, Anlagen und andere Vermögenswerte in Geld umzuwandeln, um unseren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. Das Liquiditätsrisiko besteht dabei aus dem Refinanzierungsrisiko – d. h. benötigte Zahlungsmittel sind nicht oder nur zu erhöhten Kosten zu beschaffen – und dem Marktliquiditätsrisiko – d. h. Finanzmarktgeschäfte können aufgrund mangelnder Marktliquidität nur zu einem schlechteren Preis als erwartet abgeschlossen werden. Unsere regelmäßigen Liquiditätsplanungen sowie die liquide Anlagestruktur der Kapitalanlagen sind wesentliche Elemente der Risikosteuerung. Durch diese Maßnahmen ist die Hannover Rück jederzeit in der Lage, alle erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Beispielsweise ordnen wir jedem Wertpapier eine Liquiditätskennziffer zu, um dadurch das Liquiditätsrisiko zu steuern. Die Einhaltung der in unseren Kapitalanlagerichtlinien festgelegten Grenzen pro Liquiditätsklasse unterliegt einer täglichen Kontrolle. Durch monatliche Kapitalanlageberichte werden die Kapitalanlagen über die verschiedenen Liquiditätsklassen erfasst und durch entsprechende Limite gesteuert und überwacht.
Rund die Hälfte unserer Kapitalanlagebestände ist börsentäglich ohne Abschlag liquidierbar, was die hohe Liquidität unseres Portefeuilles zeigt.