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Quantitative Methoden des Risikomanagements

Die Hannover Rück hat als zentrales Instrument des Risikomanagements ein internes Kapitalmodell zur Risikoquantifizierung entwickelt. Ziel der Risikoquantifizierung ist unter anderem die Bewertung der Kapitalausstattung der Hannover Rück-Gruppe und der Einzelgesellschaften. Ferner dient das Modell der Ermittlung des Risikobeitrages einzelner Geschäftssegmente zum Gesamtunternehmensrisiko und der risikogerechten Verteilung von Kapitalkosten.

Zentrale Elemente des Risikomanagementsystems
Steuerungselemente Wesentliche Aufgabe im Risikomanagement
Aufsichtsrat
  • Beratung und Überwachung des Vorstands bei der Leitung des Unternehmens, unter anderem im Hinblick auf das Risikomanagement
Vorstand
  • Gesamtverantwortung für das Risikomanagement
  • Festlegung der Risikostrategie
  • Verantwortung für die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements
Risikoausschuss
  • Operatives Risikomanagement-Überwachungs- und Koordinationsgremium
  • Die Entscheidungskompetenz bewegt sich innerhalb der vom Vorstand festgelegten Risikostrategie
Chief Risk Officer
  • Verantwortung für die geschäftsfeldübergreifende und ganzheitliche Risikoüberwachung (systematische Identifikation und Bewertung, Kontrolle/Überwachung und Berichterstattung von Risiken) aller aus Konzernsicht wesentlichen aktiv- und passivseitigen Risiken
Group Risk Management
  • Prozessintegrierte Risikoüberwachungsfunktion
  • Methodenkompetenz, unter anderem für die
    • Entwicklung von Prozessen/Verfahren zur Risikobewertung, -steuerung und -analyse
    • Risikolimitierung und -berichterstattung
    • Übergreifende Risikoüberwachung und Ermittlung des notwendigen Risikokapitals
Geschäftsbereiche
  • Originäre Risikoverantwortung, unter anderem für die Risikoidentifikation und -bewertung auf Bereichsebene
  • Aufgabe erfolgt auf Basis der Leitlinien des Group Risk Managements
Interne Revision
  • Prozessunabhängige Überprüfung aller Funktionsbereiche der Hannover Rück

Das interne Kapitalmodell der Hannover Rück ist ein stochastisches Unternehmensmodell. Es ermittelt unter Berücksichtigung aller wesentlichen internen und externen Einflussfaktoren, wie z. B. Versicherungs- und Kapitalanlageportfolio, Steuerquote und Kapitalmarktentwicklungen, Wahrscheinlichkeitsverteilungen für wichtige Erfolgs- und Bilanzkennzahlen, wie z. B. Unternehmensgewinn und Eigenkapital. Das Modell bedient sich dabei statistischer, stochastischer und finanzmathematischer Methoden und Verfahren, um eine möglichst realistische Darstellung des Unternehmens und seines Umfeldes zu gewährleisten. Das Risikokapital wird auf Basis eines Value at Risk (VaR) mit einem Sicherheitsniveau von 99,97 % (Ausfallwahrscheinlichkeit 0,03 %) bei einem Betrachtungszeitraum von einem Jahr berechnet. Durch dieses Sicherheitsniveau werden auch künftige aufsichtsrechtliche Kapitalerfordernisse (z. B. das geforderte Sicherheitsniveau von 99,5 %) als wesentliche Teilbedingung übertroffen.

Benötigtes und verfügbares Risikokapital zum 99,97 %-VaRin Mio. EUR
  2009 20081
1 Anpassung der Werte 2008 an Ausweis der Risikoposition nach ökonomischen Bewertungsgrundsätzen
Schaden-Rückversicherung 2.970,8 2.613,2
Personen-Rückversicherung 1.988,1 785,5
Kapitalanlagen 1.507,3 1.202,5
Diversifikationseffekt –2.167,4 –1.389,7
Benötigtes Risikokapital Hannover Rück-Gruppe 4.298,8 3.211,5
Verfügbares ökonomisches Kapital 7.323,6 5.451,3
Kapitalisierungsquote in % 170,4 % 169,7 %

Das verfügbare Kapital ist im Laufe des Berichtsjahres deutlich gestiegen. Unter anderem aufgrund des höheren Geschäftsvolumens steigt das benötigte Risikokapital. Der Diversifikationseffekt als Maß der Risikostreuung erhöht sich, wozu besonders die Akquisition des ING-Lebensrückversicherungsportefeuilles beiträgt.

Übergangsrechnung
(ökonomisches Kapital/IfRS-Kapital) in Mio. EUR
2009 2008
IFRS-Eigenkapital 4.254,0 3.331,5
Bewertungsanpassungen Schaden-Rückversicherung 1.600,4 772,7
Bewertungsanpassungen Personen-Rückversicherung 843,9 490,8
Bewertungsanpassungen Kapitalanlagen 186,4 113,6
Sonstige Bewertungsanpassungen –926,2 –634,2
Ökonomische eigenmittel 5.958,5 4.074,4
Hybridkapital 1.365,1 1.376,9
Verfügbares ökonomisches Kapital 7.323,6 5.451,3

Das verfügbare ökonomische Kapital setzt sich aus den drei Komponenten IFRS-Eigenkapital (inkl. Minderheitsanteilen), Bewertungsreserven und Hybridkapital zusammen. Bei den Bewertungsreserven für das Schaden-Rückversicherungsgeschäft handelt es sich vor allem um die Differenz zwischen den nominellen Schadenreserven nach IFRS und deren diskontierten Wert, erhöht um die Kapitalkosten zur Abdeckung des Schwankungspotenzials der Verbindlichkeiten. In der Personen-Rückversicherung stellen wir den Unterschied zwischen einer IFRS-Bewertung und einer marktkonsistenten Bewertung nach den Prinzipien des Market Consistent Embedded Value dar. Die Bewertungsanpassungen der Kapitalanlagen ergeben sich aus der Markt-Buchwert-Differenz.

Diversifikationseffekt innerhalb des Geschäftsfelds Schaden-Rückversicherung

Diversifikationseffekt innerhalb des Geschäftsfelds Schaden-Rückversicherung (Balkendiagramm) Grafik vergrößern zoom

Von besonderer Bedeutung ist für uns die übergreifende Diversifikation zwischen unseren Geschäftssegmenten und Sparten. Im Ergebnis ist es uns somit möglich, die Effizienz des eingesetzten Kapitals zu erhöhen und gleichzeitig die notwendige Eigenkapitalunterlegung zu reduzieren. In Abhängigkeit vom Kapitalbedarf unserer Geschäftssegmente und Sparten und von deren Beitrag zur Diversifizierung legen wir die zu erwirtschaftenden Kapitalkosten pro Geschäftseinheit fest.

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