Deutschland
Die Entwicklungen im deutschen Lebens- und Rentenversicherungsmarkt waren im Berichtsjahr gekennzeichnet durch die weitere Umsetzung des zum 1. Januar 2008 in Kraft getretenen neuen Versicherungsvertragsgesetzes, das wesentliche Änderungen der Marktusancen bei der Transparenz von Policen, bei frühzeitigen Stornierungen und bei der Beteiligung an Bewertungsreserven mit sich brachte.
Während sich die deutschen Lebensversicherer von den direkten bilanziellen Auswirkungen der globalen Finanzmarktkrise weitgehend fernhalten konnten, hatte diese Krise spürbare Auswirkungen auf das Verhalten der Kunden. Damit wurde eine wesentliche Verschiebung auf der Nachfrage-Angebots-Ebene eingeleitet.
Fondsgebundene Produkte im Euro-Aktienbereich fanden im Neugeschäft weniger Anklang. Speziell bei den von einigen Anbietern in den Jahren 2006 bis 2007 eingeführten, aufgeschobenen fondsgebundenen Rentenversicherungen mussten erhebliche Produktanpassungen und -vereinfachungen vorgenommen werden.
Zugleich fand eine Rückbesinnung auf die klassischen Produkte der Lebens- und Rentenversicherung statt, bei denen den Kunden ein gewisses Niveau des Zinsertrages – zurzeit 2,25 % per annum – garantiert wird. Zu diesen Garantien kommen noch jährliche Gutschriften, die bei den meisten Gesellschaften im Bereich von 1,75 % bis 2,50 % liegen, sodass sich eine attraktive Gesamtrendite von 4,00 % bis 4,75 % ergibt.
Ebenfalls bemerkenswert war der ausgeprägte Anstieg der Stornierungen, die für den deutschen Gesamtmarkt innerhalb von zwölf Monaten von 5,5 % auf über 6 % des Bestandes gewachsen sind, also relativ gesehen um etwa 15 % bis 20 %.
Profitieren konnte das Neugeschäft im Berichtsjahr von Einmalprämien, die bei einem Wachstum von fast 60 % gegenüber dem Vorjahr ein historisches Rekordniveau erreicht haben. Insgesamt betrugen die Prämieneinnahmen für deutsche Lebens- und Rentenversicherungsunternehmen nach den vorläufigen Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft 81,2 Mrd. EUR; dies entspricht einem Wachstum von 6,7 %.
Federführend bei unseren Lebensrückversicherungsaktivitäten im deutschen Markt ist die E+S Rück, deren Prämieneinnahmen bei rund 390 Mio. EUR lagen. Dass trotz des schwachen Marktumfeldes die Prämieneinnahmen gegenüber dem Vorjahr leicht gewachsen sind, ist der Akquisition von zwei neuen Kunden zu verdanken, durch die die Anzahl der deutschen Kunden auf 41 Gesellschaften gestiegen ist. Auch im deutschen Markt haben wir eine erhöhte Nachfrage nach kapitalmarktorientierten Rückversicherungslösungen festgestellt.
Als weiteren wichtigen Punkt haben wir ein stark wachsendes Interesse der Erstversicherer an einer Neugestaltung der Antragsprozesse beobachtet; hier ist die E+S Rück mit ihrer langjährigen Erfahrung in systemgestützten Antragsprozessen bestens aufgestellt. Durch diese Positionierung konnten im Berichtsjahr mehrere Rückversicherungsverträge mit bestehenden und neuen Kunden abgeschlossen werden.
Bei einer Nettoprämie von 344,5 Mio. EUR ergab sich ein günstiger Risikoverlauf der biometrischen Risiken Sterblichkeit und Invalidität, sodass insgesamt wieder ein erfreuliches operatives Ergebnis (EBIT) erzielt werden konnte.