Globales Katastrophengeschäft
Das Katastrophengeschäft der Hannover Rück wird vornehmlich von Bermuda gezeichnet, das hierfür weltweit als Kompetenzzentrum gilt. Neben der Expertise unserer Mitarbeiter vor Ort machen uns unsere Finanzstärke und das exzellente Rating zu einem seit Jahren besonders gefragten Partner für unsere Zedenten und Makler.
Strategie für unser weltweites Katastrophengeschäft war im Berichtsjahr, die Spitzenrisiken zu reduzieren und uns in kleineren Märkten sowie in Regionen mit weniger hohen Risiken zu exponieren. Dies ist uns gelungen.
Mit der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2009 waren wir insgesamt zufrieden. So konnten in vielen Märkten Preiserhöhungen erzielt werden. In Europa stiegen die Raten im Schnitt um 5 % bis 7,5 %. Geschäft, das 2008 von Schäden betroffen war, wie beispielsweise in den USA, erzielte teilweise Ratenerhöhungen im zweistelligen Prozentbereich.
Für die Situation auf dem japanischen Markt spielte unter anderem die Entwicklung des Yen eine wichtige Rolle. Angesichts seiner Erstarkung haben viele Rückversicherer ihr Engagement dort reduziert, sodass dann schließlich verringerte Kapazitäten die Raten anstiegen ließen. Auch wir haben im Sinne unseres Risikomanagements unsere Spitzenrisiken in Japan deutlich reduziert.
In den USA waren die Rückversicherungskapazitäten für Katastrophendeckungen zwar knapp, aber durchaus ausreichend. Die in Florida – einem der größten Märkte für Katastrophengeschäft – erzielten Ratenerhöhungen blieben allerdings hinter den Erwartungen zurück. Daher haben wir auch hier unsere Spitzenrisiken zurückgefahren. Deutliche Ratensteigerungen waren im übrigen Gebiet der USA möglich, wenn die Programme von Schäden durch Hurrikan „Ike“ oder anderen Naturkatastrophen betroffen waren.
Die Großschadensituation im weltweiten Katastrophengeschäft blieb im Berichtsjahr zwar moderat im Hinblick auf die Schadenbelastung, allerdings gab es wieder eine Vielzahl von menschlichen Tragödien. Im Januar führte der europäische Wintersturm „Klaus“ für uns zu einer Netto-Schadenbelastung von 33,8 Mio. EUR. Bei den verheerenden Buschbränden in Australien kamen fast 200 Menschen ums Leben. Für die Hannover Rück belief sich die Schadenbelastung auf 34,7 Mio. EUR. Im April ereignete sich ein schweres Erdbeben in den italienischen Abruzzen. Die mittelalterliche Stadt L’Aquila wurde dabei fast gänzlich zerstört, und viele Menschen mussten ihr Leben lassen. Dieses Ereignis führte für uns zu einem Schaden von 11,2 Mio. EUR. Hurrikanereignisse blieben im Berichtsjahr die Ausnahme und waren versicherungstechnisch für uns nicht relevant.
Unser Prämienvolumen für das weltweite Katastrophengeschäft haben wir leicht reduziert.