Deutschland
Der deutsche Markt wird von unserer Tochtergesellschaft E+S Rück betreut. Als „Der Rückversicherer für Deutschland“ ist sie dank ihres guten Ratings, ihrer ausgeprägten Kundenorientierung und der Kontinuität ihrer Geschäftsbeziehungen seit Jahrzehnten ein gefragter Partner. Die E+S Rück nimmt in Deutschland – dem weltweit zweitgrößten Nichtlebensrückversicherungsmarkt – nach wie vor eine der führenden Positionen ein.
Die ökonomischen Rahmenbedingungen in Deutschland waren angesichts der Auswirkungen der Finanzmarktkrise schwierig. Insbesondere der anhaltende Wirtschaftsabschwung, der zur Mitte des Berichtsjahres seine Talsohle erreichte, führte zu einem historisch niedrigen Zinsniveau. Die Ergebnisse in den Sparten, wie beispielsweise der Kraftfahrtversicherung – die neben einem hinreichenden versicherungstechnischen Ergebnis auch gute Kapitalanlageerträge benötigt – gerieten daher unter Druck. Auch die Industrieversicherungssparten, wie Betriebsunterbrechung, Betriebshaftpflicht oder Transport, mussten Prämieneinbußen hinnehmen, da sich die Beitragsbemessung überwiegend an den Firmenumsätzen orientiert. Positiv wirkte sich im Industriegeschäft eine unauffällige Schadensituation aus.
Im deutschen Erstversicherungsmarkt herrschte im Berichtsjahr ein anhaltend intensiver Wettbewerb – sowohl in der Industrie- als auch in der Privatversicherung, hier insbesondere in der für uns wichtigen Kraftfahrzeugsparte. Hingegen war der Rückversicherungsmarkt im Vergleich zum Originalmarkt von günstigeren Marktbedingungen, also überwiegend auskömmlichen Raten und Konditionen, gekennzeichnet.
In der Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung setzte sich der in den vergangenen Jahren zu beobachtende positive Trend einer rückläufigen Schadenfrequenz nicht weiter fort. Im Berichtsjahr nahm sie – bei weiter rückläufigen Originalprämien – wieder leicht zu, sodass wir in unserer proportionalen Kraftfahrt-Haftpflichtsparte nur ein knapp auskömmliches Ergebnis erzielen konnten.
Verbessert zeigte sich die Marktsituation in der industriellen Feuer- und Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherung: Aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr geringeren Schadenquoten sank die kombinierte Schaden-/Kostenquote auf knapp unter 90 %. Damit konnten seit Langem wieder einmal die Kapitalkosten verdient werden. Verbessert zeigte sich auch die Situation bei der verbundenen Gebäudeversicherung; allerdings konnte hier kein auskömmliches Ergebnis erzielt werden.
Für die technischen Versicherungen präsentierte sich im Berichtsjahr ein insgesamt zufriedenstellendes Schadensbild, wobei allerdings die Versicherung von Windkraftanlagen durch verschiedene Serienschäden noch nicht profitabel ist. Positiv war die Geschäftsentwicklung in der Haftpflichtversicherung, die mit einer kombinierten Schaden-/ Kostenquote von unter 100 % und einem guten Cashflow-Ertrag positiv zum Ergebnis beitrug.
Erneut günstig entwickelte sich die Unfallversicherung, die wir unverändert zu unseren Zielsparten zählen. Hier profitierten die Kunden auch im Berichtsjahr von unseren Produktinnovationen, wie beispielsweise der Unfall-Kombirente, eine Existenzschutz-Absicherung, die eine kostengünstige Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung darstellt. Im Jahr 2009 ist zudem ein innovatives Produkt für Kinder im Markt eingeführt worden; zwei weitere Produkteinführungen stehen an. Aber nicht nur auf dem Gebiet der Unfallversicherung, sondern auch durch unsere selbst entwickelten Tools „ES HagelT“ – zur Bemessung der Gefährdung eines Kraftfahrtbestandes durch Hagelereignisse – sowie „ES FluteT“ – zur Kalkulation des Überschwemmungsrisikos bei Wohngebäudebeständen – können wir unsere Kunden unterstützen.
Die Großschadenbelastung war im Berichtsjahr in Deutschland moderat: Wir hatten 2009 den Einsturz des Kölner Stadtarchivs mit einer Belastung im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich zu verzeichnen. Hinzu kamen im Juli Hagelereignisse, die in der Kraftfahrt-Kaskoversicherung, vor allem aber in der landwirtschaftlichen Versicherung, zu schweren Schäden führten. Allerdings hatten diese Hagelschläge keine besondere Bedeutung für die Rückversicherung. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote betrug für unser Deutschlandgeschäft 103,1 %.
Unsere Position als einer der führenden Rückversicherer im profitablen deutschen Markt konnten wir im Berichtsjahr festigen.